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Karlsruhe: Klimaschutzkampagne

Klimafreundlicher Rundgang über den Christkindlesmarkt

Am zweiten Advents­sonn­tag besuchte die Klimawette den Karlsruher Christ­kind­les­markt. Die beiden Künst­le­rin­nen ANA & ANDA führten zu Markt­stän­den und Angeboten, die für klimaf­reund­li­ches, ökolo­gi­sches und faires Handeln, Konsu­mie­ren und Denken stehen. Damit zeigten sie, wie Klima­schutz und fairer Handel auch bei Weihnachts­ge­schen­ken und Advents­genüs­sen beachtet werden können - und wo noch Nachhol­be­darf besteht.

Für ihren Rundgang haben ANA & ANDA im Vorfeld sorgfältig recher­chiert und kritisch nachge­fragt, welche der gut hundert Stände auf dem diesjäh­ri­gen Karls­ru­her Christ­kind­les­markt klimaf­reund­li­che und / oder ökofaire Angebote in ihrem Sortiment führen. Vom Ergebnis ihrer Suche waren die beiden dann selbst positiv überrascht - immerhin zwanzig Anbieter überzeug­ten mit glaub­wür­di­gen und attrak­ti­ven Produkten.


Idylli­sches Schnee­trei­ben begleitete die Entde­ckungs­tour der Klimawette-Haushalte und ihrer Gäste in die kreative und genuss­volle Welt der klimaf­reund­li­chen, ökofairen Weihnachts­kul­tur. Bei eisigem Wind wirkten bereits die ersten Stationen äußerst zeitgemäß und überzeu­gend: Attraktive Wintermode aus Wolle, fair und direkt bezogen von Erzeugern in Nepal und Peru.

 


An den Ständen gab es inter­essan­te Hinter­grund­in­for­ma­tio­nen dazu. In über zwanzig Natur­far­ben gibt es zum Beispiel die kuschelig weichen Alpakas. So bietet ihre Wolle bereits ohne das oftmals unter Umwelt- und Gesund­heits­ge­sicht­punk­ten fragwür­dige Färben jede Menge Spielraum zur modischen Gestaltung der Kleidungs­stücke und Acces­soires.

 


Wärmende Kleidung macht auch den Winter zum flauschig warmen Genuss. Das tut nicht nur im Freien gut. Was einst selbst­ver­ständ­lich war - eine an die kalte Jahres­zeit angepasste Garderobe - hilft heute noch immer, den Heizener­gie­auf­wand auf das tatsäch­lich notwendige Maß zu beschrän­ken - gern auch mit modischem Wohlfühl­ef­fekt.

Und sollte doch einmal ein Körperteil besonderer Wärme bedürfen, dann können getrei­de­ge­füllte Kissen oder Kuschel­tiere sanft erwärmt und zielgenau einge­setzt werden. Auch sie finden sich auf dem Christ­kind­les­markt in ökofairer Qualität und vielen Formen für jeden Geschmack. Schonend behandelt begleiten sie ihre Nutzer zuver­läs­sig über lange Zeit.

 


Pflegende Wollwäsche benötigen die meisten dieser langle­bi­gen Produkte übrigens nicht allzu oft. Vielfach reicht bereits ein gründ­li­ches Ausschüt­teln, Lüften oder Ausbürsten. Das schont die Wolle und die Umwelt.

Die passende Bürste für jeden Anwen­dungs­zweck fand sich bereits wenige Stände weiter. Große und kleine, weiche und harte Bürsten helfen, mit weniger Reini­gungs­mit­tel­che­mie gesunde Sauberkeit im Haushalt zu erhalten. Handwerk­lich aus reinen Natur­ma­te­ria­li­en gefertigt, enthalten die Produkte überwie­gend Hölzer und Borsten aus einhei­mi­schen Quellen. Nur Spezi­al­stof­fe wie Kokos-, Palm- oder Reisfasern werden nach Auskunft des Herstel­lers importiert.

 


Vielfäl­tige Produkte bietet der Christ­kind­les­markt aus lokalem Handwerk und nachvoll­zieh­ba­ren Quellen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Karlsruhe eine eigene Seifen­ma­nu­fak­tur hat? Zu den schmuck­voll präsen­tier­ten Stücken erhalten Sie Auskunft über alle Inhaltss­toffe - wichtig gerade für empfind­li­che Haut.

 


Sogar eine zerti­fi­zierte Bio-Serie steht auf dem Programm. Doch auch die anderen Seifen enthalten viele Zutaten aus dem biolo­gi­schen Sortiment kleinerer Liefe­ran­ten, die sich die teure Zerti­fi­zie­rung nicht leisten können. Oft sind gerade solche Produkte besonders hochwertig und empfeh­lens­wert, ergänzte ANDA.

 


Handwerk­li­che Buchbin­de­kunst aus der Pfalz. So manches Stück Papier mit eigener Geschichte - die sich am Stand erfahren lässt - findet hier im Direkt­re­cy­cling als Unikat eine neue Verwendung ...

 


... und auch die Reste können als kunstvolle Buttons wieder glänzen. Einzel­an­fer­ti­gun­gen nach eigenen Wünschen sind auf Bestellung möglich - für Geschenke mit ganz persön­li­cher Note.

 


Zeitlos schöne Keramik führen mehrere Stände mit Produkten aus Karlsruhe und aus der Region. Umwelt­freund­lich herge­stellt, robust und langlebig verspre­chen sie den Beschenk­ten nachhal­tige Freude.

 


Kinder­spiel­zeug aus deutscher Produktion mit zuver­läs­sig ungiftigen Farben bietet eine Karls­ru­her Spiel­zeug­ma­nu­fak­tur ebenso wie Atelier B, die Werkstätte für Menschen mit Handicap im Haus Bodel­schwing.

 


Dass nicht nur Geschenke aus heimischer Produk­tion klimaf­reund­lich und ökofair sein können zeigt Amnesty Inter­na­tio­nal an seinem Stand. Kreative Stücke verbinden intel­li­gente Nutzung der Ressourcen vor Ort mit fairen Arbeits­be­din­gun­gen und ermög­li­chen es ihren Käufern so, beim Schenken zusätzlich die Einhaltung der Menschen­rechte in anderen Teilen der Welt zu unter­stüt­zen. Ein anderer Stand fördert mit handge­web­ten Produkten Selbst­hil­fe­pro­jekte in Guatemala.

 


Oft sind die kusche­li­gen Plüsch­tiere aus Fernost gar zu verlockend, auch wenn Berichte über Arbeits­be­din­gun­gen und fragwür­dige Materia­lien dagegen sprechen. Wer gezielt nachfragt, findet einen vertret­ba­ren Standard bei Produkten, die nach dem ICTI-Kodex produziert wurden - auch auf dem Christ­kind­les­markt. Weitere Infor­ma­tio­nen über die Kriterien dieses Standards, der unter anderem ausbeu­te­ri­sche Kinder­ar­beit verbietet, finden Sie bei fair spielt.

 

Und welche kulinarischen Genüsse bietet der Christkindlesmarkt in klimafreundlicher, ökofairer Qualität?



Hausge­machte Zucker­bä­cke­rei ohne künstliche Aromen und Zusatz­stoffe fertigt eine Karlsruher Manufaktur, die auch selbst gekochte Marmeladen anbietet. Heutzutage ist das keine Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr, wie ANA & ANDA erläu­ter­ten. Die meisten gängigen Bäckerei­er­zeug­nis­se verbergen weit mehr künstliche Inhaltss­toffe, als wir erahnen oder uns wünschen würden. Ein attrak­ti­ves Angebot also für all jene, die köstliche Weihnachtsplätz­chen lieben, denen es jedoch an Zeit oder Lust fehlt, sie selbst zu backen.

 


Festlich erstrahlt ein Imkerei­stand aus dem Schwarz­wald mit zahlrei­chen Angeboten aus dem selbst produ­zier­ten Honig: Honig-Lebkuchen nach Omas Geheim­re­zept werden direkt am Stand gebacken. Sogar ein Advents­ka­len­der ist im Angebot - mit 24 verschie­de­nen Honigs­or­ten. Hier wie an den Honig­stän­den aus direktem Karlsruher Umfeld lassen Bonbons, Honigwein und viele andere Imkerei­pro­dukte das Herz aller Lecker­mäul­chen höher schlagen, während Bienen­wachs­ker­zen in allen Formen Auge und Nase erfreuen.

 


Einem Nischen­pro­dukt von köstlicher Qualität hat sich ein anderer Stand verschrei­ben. Biokäse aus dem Schwarz­wald wäre in Karlsruhe im wörtlichen Sinne nahelie­gend. Dass er hier dennoch weit seltener zu finden ist, als seine Kollegen aus dem Allgäu, liegt an den sehr viel kleineren Käsereien in unserer Nachbar­re­gion, die großteils handwerk­lich in kleineren Stück­zah­len arbeiten. Sie bürgen für besondere Geschmacks­no­ten ihrer Käses­pe­zia­li­tä­ten, vielfach mit heimischen Kräutern verfeinert.

 


Die große Nachfrage gibt der Stand­be­trei­be­rin recht, die erstmals auf dem Markt vertreten ist und in ihrem Sortiment auch gleich das passende Werkzeug führt: Bei Käsereiben und Messern hat sie auf deutsche Produk­tion geachtet; eine niedliche Käsemaus stammt aus fairem Handel. Ganz ohne Strom lässt sich ein beschau­li­ches Raclette-Essen zu zweit gestalten. Das überall einsetz­bare Taschen­ge­rät dazu funktio­niert mit Teelich­tern und kommt aus den Nieder­lan­den.

 

Den Abschluss ihrer Tour machten ANA & ANDA an der Handwer­ker­hütte auf dem Fried­richs­platz. Auch hier präsen­tiert sich eine Vielfalt ökofairer und klimaf­reund­li­cher Angebote, großteils aus regio­na­ler Produktion. Gemeinsam vertreten sind hier besonders die kleinen Anbieter, für die ein eigener Stand zu kostspie­lig oder zeitauf­wän­dig wäre. Alle drei Tage wechselt daher die Stand­be­set­zung. Wie für alle anderen Einkaufs­ge­le­gen­hei­ten empfehlen ANA & ANDA auch hier vor allem eines:

Fragen Sie gezielt nach und lassen Sie sich Materia­lien, Herkunft, Bezugs­quel­len und Produk­ti­ons­be­din­gun­gen genau erklären. Das bietet oft hochin­ter­essante Hinter­grund­in­for­ma­tio­nen und gibt Ihnen die nötige Sicherheit für Ihre eigenen klimaf­reund­li­chen und ökofairen Kaufent­schei­dun­gen!

"Und wie sieht es beim Glühwein aus?" fragten einige der Gäste beim Abschied. Hier lautete der Rat von ANA & ANDA: Bereiten Sie den Glühwein am besten selbst zu, mit gutem Wein aus biolo­gi­schem Anbau und feinen Gewürzen - regional oder aus fairem Handel - und genießen Sie ihn gemütlich daheim. Ein äußerst attrak­ti­ver Vorschlag nach gut anderthalb Stunden voller spannender Infor­ma­tio­nen auf dem winter­li­chen Markt.

 ANA & ANDA führen neben ihrem musika­li­schen Engagement für Menschen­rechte ein eigenes ökofaires Modelabel und haben das Ökofair-Portal Karlsruhe unter http://oekofair.anaundanda.de ins Leben gerufen. Im Verlauf des Jahres bieten sie immer wieder auch ökofaire Stadt-Touren durch Karlsruher Quartiere an, unter anderem im Rahmen der "Fairen Woche". Die eigenen Eindrücke der beiden Künst­le­rin­nen von unserem Klimaf­reund­li­chen Rundgang über den Christ­kind­les­markt können Sie hier nachlesen.