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Karlsruhe: Klimaschutzkampagne

Hintergrundwissen: Wieso, weshalb, warum Klimaschutz?

Unsere Atmosphäre ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Sie ent­hält so genannte Treib­h­aus­gase, die wie ein Schutz­schild ­den Erdball umgeben und verhindern, dass die von der Erde aus­strah­lende Wärme ins All entweicht. Ohne die Treib­h­aus­gase wäre es auf der Erde bitterkalt. Durch sie herrscht global gesehen eine konstante mittlere Temperatur von 15 Grad Celsius.

Es wird wärmer im Treibhaus Erde

Es wird wärmer im Treibhaus Erde


Ein großes Problem besteht darin, dass die Konzen­tra­tion der at­mo­sphä­ri­schen Treib­h­aus­gase im Zuge der Indus­tria­li­sie­rung der letz­ten 150 Jahre stark angestie­gen ist - und dieser Trend sich ra­sant fortsetzt. Dadurch heizt sich unsere Atmosphä­re un­na­tür­lich stark auf. Mit einem Anteil von 75 Prozent am Men­schen gemachten Treib­haus­ef­fekt wirkt sich das Kohlen­di­oxi­d (CO2) besonders negativ aus, aber auch andere ­Treib­h­aus­gase wie Methan oder Lachgas tragen dazu bei. Verant­wort­lich für den Effekt sind vor allem die In­dus­trie­staa­ten: Während ein Bewohner Indiens umgerech­net etwa eine Tonne CO2 pro Jahr produziert, entfallen auf einen Europäer neun Tonnen, auf einen US-Bürger sogar fast 20 Tonnen CO2. Und dieser Lebensstil dient nach wie vor vielen Schwellen- und Entwick­lungs­län­dern als Vorbild. Mitt­ler­weile hat China die USA als weltweit größter CO2-Verur­sa­cher abgelöst.

Sollte dem steigenden Ausstoß von Treib­h­aus­ga­sen kein Einhal­t ­ge­bo­ten werden, hat das weit reichende Konse­quen­zen. Beson­der­s ­plas­tisch führt das der aktuelle Sachstands­be­richt des Welt­kli­ma­rats (IPCC - Inter­go­ver­n­men­tal Panel on Climate Change) vor Augen. Abhängig von der weiteren Entwick­lung der Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen würde die globale Mittel­tem­pe­ra­tur bis zum Ende des Jahrhun­derts um 1,4 °C bis 5,8 °C und der Mee­res­s­pie­gel um 10 bis 90 cm ansteigen. Überflu­tun­gen von Küs­ten­be­rei­chen und tief gelegenen Insel­staa­ten sowie die Aus­brei­tung von Wüsten­re­gio­nen und das Abschmel­zen von Glet­schern wären die Folge. Bereits heute ist der Klima­wan­del eine der Haupt­ur­sa­chen von Natur­ka­ta­stro­phen, wie beispiels­wei­se Hoch­was­ser und Trocken­pe­ri­oden. Auch hier in Deutsch­land lassen ­sich die Auswir­kun­gen des Klima­wan­dels bereits spüren.

Von der großen Weltpolitik zum eigenen Alltagshandeln

Schon auf dem Weltgipfel in Rio de Janeiro im Jahr 1992 wurde in einer Klima­rah­men­kon­ven­tion vereinbart, die Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen weltweit zu stabi­li­sie­ren. 1997 folgten dann im japani­schen Kyoto erste Reduk­ti­ons­ver­pflich­tun­gen ­meh­re­rer Indus­trie­staa­ten für den Zeitraum bis 2012. Und nach jah­re­lan­gen, schwie­ri­gen Verhand­lun­gen gelang es bei der 21. Welt­kli­ma­kon­fe­renz im Dezember 2015 in Paris (COP21) schließ­lich, ein weltweites Klima­schutz­ab­kom­men zu ver­ab­schie­den. Mit dem Vertrags­werk bekennt sich die Welt­ge­mein­schaft völker­recht­lich verbind­lich zum Ziel, die Er­der­wär­mung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegen­über­ vor­in­dus­tri­el­len Werten zu begrenzen und Anstren­gun­gen zu un­ter­neh­men, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu be­gren­zen. Weltweit müssten dazu in der zweiten Hälfte dieses Jahr­hun­derts die globalen Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen auf netto Null re­du­ziert werden.

Die Ergebnisse von Paris sind auch ein Auftrag an Deutsch­land, die nationalen Klima­schutz­an­stren­gun­gen deutlich zu erhöhen und früh­zei­tig einen konse­quen­ten und ambitio­nier­ten Klima­schutz­pfa­d ein­zu­schla­gen. In Zahlen ausge­drückt: Bis 2050 muss eine Re­du­zie­rung der Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen gegenüber 1990 um bis zu 95 Prozent und damit eine weitge­hende "Klima­neu­tra­li­tät" er­reicht werden. Das Bundes­ka­bi­nett hat deshalb im November 2016 einen "Klima­schutz­plan 2050" verab­schie­det, der neue ­Zwi­schen­ziele für die Zeit nach 2020 verankert und wesent­li­che Hand­lungs­stra­te­gien beschreibt. Für die Umsetzung sollen ­kon­krete Maßnah­men­pro­gramme erarbeitet werden - die Ver­ab­schie­dung eines ersten Maßnah­men­pa­kets soll 2018 er­fol­gen.

Große Klima­schutz­po­li­tik hin oder her - klar ist auf jeden Fall: Wenn es gelingen soll, die Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen merklich zu re­du­zie­ren, kommen wir nicht darum herum, gewohn­te Hand­lungs­wei­sen in Frage zu stellen. Denn letztlich ist es mi­tent­schei­dend, ob wir es schaffen, den Klima­schutz fest in unseren Alltag zu integrie­ren. Die Karls­ru­her Kli­ma­schutz­kam­pa­gne möchte dazu einen kleinen Beitrag leisten.

Weiterführende Informationsquellen

Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Broschüren und In­ter­netsei­ten, die in anschau­li­cher Weise wis­sen­schaft­li­che Grundlagen, Ursachen und Strategien zum Kli­ma­schutz aufbe­rei­ten. Eine kleine Auswahl haben wir für Sie im Folgenden zusam­men­ge­stellt:


Dossier Klimawandel (Bundeszentrale für politische Bildung)

Themenseiten Klimawandel (co2online)

Themenportal Klima und Energie des Umweltbundesamts

Broschüre von Germanwatch „Globaler Klimawandel: Ursachen, Folgen, Handlungsmöglichkeiten“

Broschüre der Allianz Umweltstiftung "Informationen zum Thema Klima: Grundlagen, Geschichte und Projektionen" (PDF)

Themenseite „Hintergründe zum Klimawandel“ der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg

Für Schülerinnen und Schüler: Broschüre des Umweltbundesamts „Klimafieber“


Infor­ma­tio­nen zur inter­na­tio­na­len Klima­schutz­po­li­tik und den Kli­ma­kon­fe­ren­zen:

Themenseiten „Internationale Klimapolitik“ (Germanwatch)

Themenseiten „Internationale Klimapolitik“ (Bundesumweltministerium)

Weltklimaberichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) - Informationsseite der Deutschen IPCC_Koordinierungsstelle


Klima­schutz­po­li­tik in Deutsch­land und Baden-Württem­berg:

Nationale Klimapolitik (Bundesumweltministerium)

Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept (Umweltministerium Baden-Württemberg)